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Gesundes Fell, gesunde Haut: So unterstützen Sie Ihr Tier richtig

Gesunde Haut und glänzendes Fell: So pflegen Sie Ihr Haustier richtig

Die Pflege von Haut und Haarkleid ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Haustieres. Ein glänzendes Fell gilt nicht ohne Grund als Zeichen für ein gesundes Tier.

Warum Haut und Fell so wichtig sind
Die Haut ist das größte Körperorgan und erfüllt viele wichtige Funktionen:

  • Schutz vor Witterung, Krankheitserregern, Allergenen und UV-Strahlen
  • Isolation gegen Kälte und Hitze
  • Wahrnehmung von Schmerz, Druck und Temperatur
  • Produktion von Vitamin D
  • Energiespeicherung
  • Kommunikation über Fellstellung und Duftstoffe

Aufbau des Fells
Das Haarkleid besteht aus zwei Schichten:

  • Deckhaar:
    Das Deckhaar ist die äußere Schicht, die Schutz vor Regen, Schmutz und UV-Strahlen bietet. Es ist oft gröber und dicker als die Unterwolle.
  • Unterwolle:
    Die Unterwolle ist die weiche, dichte Schicht unter dem Deckhaar, die für die Wärmeisolation sorgt.

Fellwechsel – besondere Pflege nötig
Zweimal im Jahr ist der Fellaustausch für 6 bis 8 Wochen besonders heftig: Mit abnehmender Tageslichtlänge und sinkenden Temperaturen bilden unsere Vierbeiner ihr Winterfell aus und stoßen es umgekehrt zum Frühjahr hin wieder ab. Zu den Zeiten dieses Fellwechsels benötigen Ihre Hausgenossen besonders viel Fellpflege.

Die richtige Fellpflege sorgt für einen reibungslosen Übergang und verringert das Risiko von Hautproblemen wie Juckreiz, Reizungen und Schuppen während des Fellwechsels.  V. a. bei Rassen mit starkem Unterfell kann während des Fellwechsels Juckreiz auftreten, da ausgefallene Haare, die im Fell hängen, pieken können. Tote Haare können von Bakterien zersetzt werden. So entsteht oft der typisch muffige Fellgeruch.

Auch Alter und Hormone beeinflussen den Fellwechsel:

  • ältere Tiere haaren häufig mehr
  • kastrierte Tiere haaren oft stärker
  • manche Hündinnen verlieren vor der Läufigkeit vermehrt Fell

Bürsten, Kämmen oder Baden?
Am einfachsten ist der regelmäßige Griff zur Bürste und zum Kamm. Oft tut auch eine Flohkamm sehr gute Dienste. Das Bürsten dient dazu, Schmutz und abgestorbene Haare aus dem Fell zu entfernen, Verfilzungen zu vermeiden, um keine optimalen Bedingungen für Parasiten zu bieten, und die Luftzirkulation im Fell zu erhöhen. Bürsten fördert zudem die Durchblutung und stimuliert so das Wachstum gesunder Haare. Zum anderen entdeckt man dabei Parasiten wie Zecken und Flöhe genauso wie Hautveränderungen und kann frühzeitig Abhilfe schaffen.

Baden wird nur in Ausnahmesituationen fällig. Benutzen Sie dabei immer ein spezielles Shampoo für Tiere, da auch scheinbar milde Babyshampoos einen sauren pH-Wert von ca. 5,5 haben, der das Mikrobiom der Tierhaut stören kann. Lassen Sie das Shampoo ausreichend lange einwirken, bevor Sie es wieder gründlich ausspülen. So entfernen Sie nicht nur starken Schmutz und Gerüche, sondern beseitigen gleichzeitig abgestorbene Zellen und entziehen auf diese Weise z.B. krank machenden Bakterien und Hefepilzen die Lebensgrundlage.

Probleme wie Juckreiz, trockene oder fettige Haut, Hautreizungen und -entzündungen bedürfen meist eines gezielten Einsatzes von Shampoos, Schäumen und/oder Sprays. Dafür ist die Untersuchung in der Tierarztpraxis nötig.

Pflege je nach Felltyp
Jeder Felltyp hat unterschiedliche Anforderungen. Nicht jedes Tier hat gleich viel Unterwolle. Zum Beispiel haben Kurzhaarhunde wie Boxer und Pinscher oft keine oder nur wenig Unterwolle.

Hunde, wie der Labrador Retriever, alle Schlittenhunde oder Schäferhunde und Katzen, die neben dem Deckhaar viel Unterwolle besitzen, sollten 2 bis 3x pro Woche und täglich während des Fellwechsels gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen. Haben Hunde wie Bobtails oder Tibet Terrier oder Langhaarkatzen, wie Angora- oder Perserkatzen viel Unterwolle und zusätzlich langes Fell, sollten Sie diese täglich bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden. Bitte immer besonders auf Problemzonen wie hinter den Ohren und an den Beinen, unter den Achseln und in der Analregion achten. Knoten im Fell sollte man vorsichtig mit den Fingern entwirren, niemals mit Gewalt auskämmen. Verfilzte Knoten, die sich beim besten Willen nicht entwirren lassen, müssen vorsichtig herausgeschnitten werden.

Das Fell von Draht- oder Rauhaarhunden wie Schnauzern, vielen Terriern, Rauhaardackeln o. ä. ist wie der Name sagt, drahtig/rauh und geht oft mit viel Unterwolle einher. Da das Deckhaar dieser Hunde nicht von allein ausfällt, wird Trimmen alle 3 bis 4 Monate erforderlich, um alte Deckhaare zu entfernen.

Bei wellhaarigen Hunden, wie Pudeln oder Wasserhunden, findet kein Fellwechsel statt. Diese Hunde brauchen regelmäßiges Scheren. Bitte lassen Sie sich auch von uns die Ohrenpflege zeigen. Es macht weder Sinn diese Haare einfach zu kürzen, noch zu versuchen alle in einer Sitzung zu entfernen. Verfilzungen vermeiden sie, in dem Sie diese Hunde mehrmals pro Woche Kämmen.

Auch Katzen profitieren von regelmäßigem Bürsten, da es hilft, die Bildung von Haarballen zu reduzieren, die für Katzen ein gesundheitliches Problem darstellen können. Ein Tipp: nutzen sie nach dem Bürsten ein feuchtes Leder, um die restlichen losen Haare aus dem Fell zu entfernen. Spezielle Ergänzungsfuttermittel fördern eine natürliche Haarballenpassage.

„Sommerhaarschnitt“ – sinnvoll?
Bei Rassen mit viel Unterwolle, wie Huskys, Pomeranian und Golden Retriever, sollte man das Scheren vermeiden, da die Unterwolle als natürlicher Temperaturregulator fungiert und die Haut sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützt. Das Scheren kann den Wachstumszyklus des Fells stören und zu ungleichmäßigem Fellwachstum führen. Bei Wasserhunden wie Golden oder Labrador Retriever ist die Unterwolle extrem wichtig, da sie die Haut vor dem Austrocknen und der Unterkühlung im Wasser schützt und darüber hinaus notwendigen Auftrieb beim Schwimmen gibt.

Ernährung als Unterstützung
Eine ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig für ein gesundes Fell.

  • Ihr Eiweiß liefert wichtige Aminosäuren für die Bildung von Keratin, einem wichtigen Bestandteil des Fells.
  • Biotin & Zink tragen zur normalen Funktion von Haut, Fell und Krallen bei.
  • Essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 stärken die Hautbarriere.

Besonders in Zeiten erhöhten Bedarfs kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.

Lassen Sie sich dazu von uns beraten.

Wir sind für Sie da!